Dienstag, 4. November 2008

Fazit nach einem Monat

Nach einem Monat wird es jetzt mal Zeit ein kleines Resueme zu ziehen.

Die Zeit vergeht hier wie im Flug und manchmal habe ich das Gefuehl gerade erst angekommen zu sein und dann wieder schon viel laenger hier zu sein.

Seit neustem hat sich die Baustelle vor Santa Cruz auch noch vergroessert und bringt den Verkehr regelmaessig zum erliegen und mittlerweile sind auch schon die Umleitungen und andere, als befahrbar eingestufte, Wege davon betoffen, was die Fahrtzeit nocheinmal um ein wesentliches verlaengert.
Da kommt es dann schon mal vor, dass man sich irgendwo zwischen tausend Leuten in einem Kleinbus eingequetscht ohne viel Luft, dafuer aber jeder Menge Staub, mitten im nichs befindet und man nur hofft, dass wenigstens der Fahrer weiss wo er langfaehrt, waehrend man durch irgendwelche sogenannten Fluesse faehrt, vorbei an stinkenden Muellbergen, jeder Menge aufgetuermten Stein- und Schuttbergen und Ausgrabungsstaetten, auf denen die Kinder Fussball spielen.

Bei der Arbeit im campo gefaellt mir besonders die Arbeit von und mit Juan. Er ist sozusagen der Tanzleherer und wird von den Kindern geachtet und sie sind ausserdem viel ruhiger bei ihm, was jetzt natuerlich nicht heissen soll, das die anderen Profesores nicht geachtet werden. Die Kinder lieben das Tanzen und gehen voll darin auf. Es macht Spass ihnen dabei zuzusehen und ihr Lachen zu hoeren. Es sieht alles ganz einfach aus, aber ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass es sehr viel schwieriger und anstrengender ist als es ausschaut.
Raquel macht gerade ein Langzeitprojekt zum Thema Emotionen und wir helfen ihr dabei, indem wir zwei Wochen mit den Kindern die "derechos de niños" bearbeiten, dazu Spiele machen, Geschichten schreiben und dann am Ende fuer einen Wettbewerb Bilder zu genau diesem Thema malen und einreichen.
Ich bin sehr gespannt, ob das alles klappt und wie die Kinder auf unsere "Einheiten" reagieren.

Oft bringen die Kinder ihre kleinen Geschwister mit und das macht das Ganze natuerlich besonders anstrengend, weil sich um die immer einer die ganze Zeit kuemmern muesste. Wenn wir dann alleine gehen wird das aber kaum moeglich sein...
Manchmal ist es auch sehr schwer die Kinder im Zaum zu halten, besonders fuer uns. Aber es sind halt Kinder, dass darf mich nicht vergessen.

So langsam habe ich mich auch an die Umgebung, den Geruch, den Staub und die Geraeusche im campo gewoehnt, die doch so ganz anders sind als im Zentrum der Stadt.

Ich habe uebrigens auch erst jetzt wirklich verstanden, was es heisst in einer 8 Millionen Stadt zu wohnen! Wir waren naemlich auf einem Berg in Lima, von dem man einen sehr grossen Teil der Stadt ueberblicken kann.
Das war schon echt gigantisch und man konnte noch nicht einmal alles sehen und das lag nicht nur am Smog.

Ich bin auf jeden Fall super froh, dass das mit Lima echt geklappt hat und das ich hier ein, wie ich glaube total schoenes und lehrreiches Jahr verbringen kann und kanns immer noch nicht richtig glauben! Auf der einem Seite fuehle ich mich hier schon richtig heimisch und auf der anderen Seite ist das alles doch noch so fremd und ich hab das Gefuehl nur fuer“Urlaub” hier zu sein, was natuerlich ueberhaupt nicht der Fall ist.

Das wars dann auch erstaml wieder von meiner Seite.
saludos

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